Fangen Sie beim Ablauf an, nicht beim Programm. Nehmen Sie einen Auftrag der letzten Woche und gehen Sie ihn durch, von der Anfrage über Aufmaß, Angebot und Ausführung bis zur bezahlten Rechnung. An den Stellen, wo er liegen blieb, steht die Reihenfolge. Erst danach lohnt die Frage, welches Programm überhaupt etwas ändert.
Auf der Leistungsseite zum Digitalisierungs-Check steht der Satz „Erst das Modell, dann die Maßnahme.“ So halte ich es auch hier.
Vier Abläufe, an denen es klemmt
Wann haben Sie zuletzt gezählt, wie viele Angebote in einer Woche bei Ihnen entstehen? Ein Auftrag läuft immer über dieselben Stationen, von Aufmaß und Kalkulation über Angebot und Zeiterfassung bis zu Lieferschein und Rechnung. Vier davon machen in kleinen Betrieben regelmäßig Ärger.
- Angebote. Positionen aus dem letzten Auftrag abtippen, weil keine Vorlage existiert.
- Termine. Der Kalender hängt an der Wand, und wer unterwegs ist, ruft an, um hineinzusehen.
- Rechnungen. Dieselben Zahlen wandern zweimal von Hand, einmal ins Angebot und einmal in die Rechnung.
- Kommunikation. Anfragen kommen über Telefon, Mail und Formular, und niemand sieht den Stand an einer Stelle.
Kein Programm ordnet diese vier Stellen, solange niemand aufgeschrieben hat, wie sie heute laufen.
Was bedeutet Digitalisierung im Handwerk?
Digitalisierung im Handwerk heißt, dass die Daten eines Auftrags einmal erfasst werden und danach weiterwandern. Das Aufmaß von der Baustelle steht in der Kalkulation, die Kalkulation wird zum Angebot, das Angebot zur Rechnung. Wer dieselben Zahlen zweimal tippt, hat den Vorgang digital abgebildet, aber nicht digitalisiert.
Der Unterschied fällt erst am zweiten Tippen auf. Genau dort liegt auch die Zeit, die ein Programm zurückgibt.
Gehört KI schon in den ersten Schritt?
Selten. Solange Angebote abends abgetippt und Termine am Wandkalender gepflegt werden, ändert ein KI-Werkzeug daran nichts. Der Bitkom-Studienbericht zur Digitalisierung des Handwerks beleuchtet den Einsatz von Künstlicher Intelligenz eigens. Erst läuft ein Auftrag sauber von der Anfrage bis zur Rechnung, dann lohnt der Blick auf KI.
Welche Software ist für Handwerksbetriebe geeignet?
Die, die genau die Stellen abdeckt, an denen Ihr Auftrag hängt. Für eine Schreinerei habe ich Plancraft eingeführt, weil dort Aufmaß, Kalkulation, Angebot und Rechnung in einem Programm liegen und ein Mitarbeiter auf der Baustelle ohne Kurs damit zurechtkommt. Die Buchhaltung macht das Programm nicht, dafür läuft ein zweites.
Eine beste Handwerkersoftware gibt es nicht, nur eine, die zu Ihren vier Stellen passt. Was Plancraft leistet und wo es aufhört, steht unter Plancraft.
Was Betriebe am Anfang bremst
Der Bitkom-Studienbericht zur Digitalisierung des Handwerks nennt fehlende Zeit, hohe Kosten und Unsicherheit im Umgang mit neuen Technologien. Grundlage ist eine telefonische Befragung von 504 Handwerksunternehmen in Deutschland, geführt in den Kalenderwochen 23 bis 29 des Jahres 2025.
Gegen alle drei hilft derselbe Zuschnitt. Ich halte den Durchgang durch einen einzigen Auftrag für den günstigsten ersten Schritt, den ein Betrieb gehen kann. Er braucht kein Programm, keine Anschaffung und keinen Termin mit einem Verkäufer.
Was ich mir zuerst ansehe
Ich gehe mit Ihnen einen Auftrag durch, von der Anfrage bis zur bezahlten Rechnung, und notiere, wo er liegen bleibt. Daraus entsteht die Reihenfolge. Welche der vier Stellen bei Ihnen zuerst dran ist, sehe ich erst nach diesem Durchgang.
Klemmt es nur an einer Stelle, brauchen Sie dafür keinen Check. Dann reicht ein Telefonat.
Wie der Digitalisierungs-Check als Leistung aussieht, steht auf Digitalisierungs-Check für Betriebe in Mittelhessen.