Drei Wege, kurz erklärt
- Selbst hosten, klassisch. WordPress oder Ghost auf dem eigenen oder gemieteten Server. Volle Kontrolle, volle Verantwortung.
- Selbst hosten, modern. Sie bauen die Seite und veröffentlichen sie bei Vercel, Netlify, Cloudflare Pages oder GitHub Pages. Das Hosting übernimmt die Plattform, aber ohne Entwickler-Wissen geht hier nichts.
- Managed-Plattform. Webflow oder Framer. Design, Inhalte und Hosting aus einer Hand, Wartung inklusive.
Wichtig zur Einordnung. Webflow und Framer sind keine simplen Baukästen mehr wie Jimdo vor zehn Jahren, sondern Profi-Werkzeuge, mit denen Agenturen arbeiten. Ich baue bei DDD selbst auf Webflow. Trotzdem hat jeder der drei Wege echte Stärken.
Was fürs klassische Selbst-Hosting spricht
- Volle Kontrolle über Code, Funktionen und Sonderfälle.
- Datenhoheit. Sie bestimmen den Serverstandort, das macht die DSGVO leichter sauber umsetzbar.
- Keine Anbieter-Bindung. Kein Lock-in, dazu ein riesiges Ökosystem. WordPress steckt hinter über 40 Prozent aller Websites.
Eine starke Option, wenn Sie besondere Anforderungen oder Technik-Wissen im Haus haben.
Was für Static-Hosting bei Vercel und Co. spricht
- Sehr hohe Geschwindigkeit durch statisches HTML, weltweit schnell ausgeliefert.
- Volle Code-Kontrolle ohne eigenen Server. SSL ist inklusive, das Hosting oft kostenlos.
Aber ohne Entwickler geht nichts. Und die Anbieter unterscheiden sich. GitHub Pages ist rein statisch und am stärksten eingeschränkt, Vercel, Netlify und Cloudflare Pages können deutlich mehr. Für eine normale Firmenseite ist das oft überdimensioniert, für Entwickler-Teams ideal.
Was für Webflow und Framer spricht
- Wartung inklusive. Updates, Sicherheit, Backups und Server macht der Anbieter.
- Sicher und schnell ab Werk. Die Seite ist zügig live, und Sie haben einen Ansprechpartner statt fünf.
- Profi-Optik ohne Entwickler.
Zu den Preisen für eine typische KMU-Seite. Webflow kostet rund 14 US-Dollar im Monat, mit CMS rund 23 US-Dollar, jeweils bei jährlicher Zahlung. Framer startet bei rund 10 US-Dollar, die Pro-Stufe mit vollem CMS liegt bei rund 30 US-Dollar. Beide haben einen Gratis-Tarif zum Testen.
Der Mythos vom kostenlosen Selbst-Hosting
„Selbst hosten ist gratis“ stimmt selten. Die Software ist kostenlos, Ihre Zeit und die Wartung sind es nicht.
- Selbst-Hosting klassisch. Das Hosting kostet 5 bis 100 Euro im Monat. Der eigentliche Posten sind Updates, Backups und Sicherheit. Ausgelagert sind das schnell 75 bis 200 Euro im Monat, selbst gemacht mehrere Stunden, plus Risiko.
- Static bei Vercel und Co. Das Hosting ist oft gratis, aber Aufbau und Pflege brauchen einen Entwickler.
- Webflow oder Framer. 10 bis 30 US-Dollar im Monat, Wartung und Hosting inklusive. Zusatzkosten sollten Sie im Blick behalten, bei Framer kostet etwa jeder zusätzliche Redakteurs-Platz rund 20 US-Dollar.
Die Hosting-Rechnung ist selten der wahre Preis. Zeit, Wissen und Risiko sind es. Alle Preise Stand 2026 in US-Dollar, zuzüglich Steuern und bei jährlicher Zahlung.
Das ist die laufende Seite der Rechnung. Was der Bau selbst kostet, steht in Was kostet eine Website.
Was beim Selbst-Hosten schiefgehen kann
Selbst hosten heißt, Sie sind der Hausmeister. Läuft alles rund, wunderbar. Kümmert sich niemand, wird es teuer. Typische Fälle:
- Gehackt durch ein verpasstes Update. Ein veraltetes Plugin ist die häufigste Einfallstür. Die Folge sind Spam, Schadsoftware und die Google-Warnung „Diese Seite könnte unsicher sein“. Das passiert, wenn monatelang niemand aktualisiert.
- Kein Backup, wenn es kracht. Ein fehlerhaftes Update zerschießt die Seite. Ohne aktuelles Backup ist der Stand weg oder nur teuer zu retten.
- Offline im falschen Moment. Ein Zeitungsartikel oder Newsletter bringt einen Ansturm, der billige Server kapituliert. Die Seite ist genau dann down, wenn es zählt.
- Die Update-Kettenreaktion. Ein Plugin-Update oder eine neue PHP-Version bricht ein anderes Teil. Plötzlich geht das Kontaktformular nicht mehr.
- Die Dienstleister-Blackbox. Wer alles eingerichtet hat, ist weg. Niemand kennt Zugänge, Server oder die Plugin-Konstruktion.
- Die DSGVO-Falle. Google Fonts oder Analytics falsch eingebunden, in Deutschland ein reales Abmahnrisiko. Denn die Technik verantworten Sie selbst.
Fast alles davon ist vermeidbar, aber nur, wenn jemand zuständig ist und dranbleibt. Genau diese Rolle übernimmt bei Webflow und Framer der Anbieter. Beim Static-Hosting verschiebt sich das Risiko. Keine Server-Wartung, dafür hängen Aufbau und jede Änderung am Entwickler und an Code-Abhängigkeiten, die veralten.
Wer soll die Seite später pflegen?
Öffnungszeiten, Preise, Team, Neuigkeiten. Inhalte ändern sich ständig. Kann Ihre Kollegin die Öffnungszeiten ändern, ohne Technik-Hintergrund und ohne etwas kaputtzumachen? Daran hängt die Wahl.
- WordPress. Mit Einarbeitung machbar. Das Dashboard ist vielen vertraut, wird aber schnell überladen.
- Static bei Vercel und Co. Nur mit einem zusätzlichen Redaktions-CMS wie Sanity oder Storyblok, sonst bleibt jede Änderung Entwickler-Sache.
- Webflow. Sehr gut. Die rollenbasierten Client Seats lösen 2026 den alten Editor ab. Inhalte lassen sich ändern, das Design bleibt geschützt.
- Framer. Gut. Inhalte sind übers CMS pflegbar, zusätzliche Plätze kosten allerdings rund 20 US-Dollar.
Für „eine Kollegin pflegt das nebenbei“ sind Webflow und Framer am freundlichsten. WordPress geht mit Übung, Static nur mit aufgesetztem CMS.
Und mit KI? Über Konnektoren in Claude oder ChatGPT pflegen Sie Inhalte zunehmend per Anweisung statt per Klick, und auch Design entsteht teils per KI. Wo das wirklich hilft und wo KI beim Design regelmäßig scheitert, steht im Folgeartikel über KI-Pflege und KI-Design.
Was heißt das für SEO, AEO und GEO?
Drei Begriffe, kurz erklärt.
- Technisches SEO. Die Grundlagen, damit Google die Seite sauber lesen und schnell ausliefern kann. Sauberes HTML, Ladezeit, Sitemap, strukturierte Daten.
- AEO. Ob Sie in Antwort-Boxen landen, also in Featured Snippets, unter „Ähnliche Fragen“ und in AI Overviews.
- GEO. Ob KI-Antworten Sie zitieren, etwa ChatGPT, Perplexity oder die KI-Übersicht von Google.
Der wichtigste technische Hebel dahinter. KI-Crawler wie GPTBot, ClaudeBot und PerplexityBot führen kein JavaScript aus. Sie sehen nur das HTML, das der Server direkt ausliefert. WordPress, Static-Seiten, Webflow und Framer liefern alle server-gerendertes HTML. Die eigentliche Falle ist eine selbstgebaute Single-Page-App ohne Server-Rendering, die den Crawlern leere Seiten zeigt.
In der Praxis heißt das:
- WordPress, selbst gehostet. Sehr viel steuerbar, FAQ- und Schema-Funktionen per Plugin. Verlangt aber laufende Pflege.
- Static bei Vercel und Co. Das höchste technische Niveau, volle Kontrolle über strukturierte Daten und Top-Geschwindigkeit. Braucht dafür einen Entwickler.
- Webflow. Saubere Kontrolle über alle SEO-Grundlagen, FAQ- und Artikel-Schema per Custom-Code. Ohne Entwickler erreichbar.
- Framer. Server-Rendering und automatische Sitemap eingebaut, strukturierte Daten inklusive. Bei Feinheiten wie der robots-Steuerung etwas begrenzter.
Drei Dinge gehören noch dazu.
Erstens, die Decke ist überall hoch, der Aufwand nicht. Selbst-Hosting und Static bieten das höchste technische Maximum, verlangen aber Pflege oder einen Entwickler. Webflow und Framer holen ohne Technik-Team den Großteil heraus.
Zweitens, llms.txt. Um die Datei gibt es viel Wirbel, aber laut Google nutzt aktuell kein großes KI-System sie aktiv. Sie kostet wenig Aufwand, ist aber kein Ranking-Wunder.
Drittens, der echte Hebel ist inhaltlich, nicht technisch. Strukturierte Daten, prägnante Aussagen mit Zahlen und ein glaubwürdiger Absender mit Impressum und aktuellem Inhalt wirken auf jeder Plattform. Wie ich Sichtbarkeit in Google und KI-Suche angehe, steht auf der Leistungsseite.
Kurz gesagt, keine dieser Optionen macht Sie für die KI-Suche unsichtbar. Das schafft nur dünner Inhalt oder Technik, die den Crawlern leere Seiten zeigt.
Wann passt was?
Webflow oder Framer passt, wenn Sie kein Technik-Team haben, sich aufs Kerngeschäft konzentrieren, planbare Kosten wollen und nicht-technische Mitarbeiter die Seite selbst pflegen sollen.
Static bei Vercel und Co. passt, wenn Sie einen Entwickler haben, maximale Geschwindigkeit zählt oder die Seite eng mit einer eigenen Anwendung verzahnt ist.
Klassisches Selbst-Hosting passt, wenn Sie strenge Datenhoheit brauchen, sehr spezielle Funktionen wollen und die Pflege fest einplanen.
Was das für Sie heißt
Für die allermeisten kleinen und mittleren Unternehmen lautet meine Empfehlung Managed-Plattform. Sie kaufen sich Zeit und Sicherheit, denn kein Betrieb verdient Geld damit, WordPress-Updates einzuspielen. Webflow und Framer nehmen Ihnen Wartung und Risiko ab, liefern sauberes, KI-lesbares HTML, und mit den Client Seats kann eine Kollegin Inhalte pflegen, ohne am Design etwas kaputtzumachen.
Der Preis dafür ist eine laufende Gebühr, etwas weniger Kontrolle und eine gewisse Bindung an den Anbieter. Für die meisten ist das ein fairer Tausch. Wer echte Datenhoheit, Sonderfunktionen oder ein Entwickler-Team hat, für den ist Selbst-Hosting die richtige Wahl. Es gibt kein „besser“, nur ein „besser für Sie“.
Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg zu Ihrem Betrieb passt, schaue ich mir das mit Ihnen an. Im kostenlosen Erstgespräch sage ich Ihnen ehrlich, was sich lohnt, auch wenn das Selbst-Hosting ist.