Warum „es kommt darauf an“ eine faule Antwort ist

Es kommt tatsächlich darauf an. Aber wer das sagt und dann aufhört, drückt sich.

Eine Website ist kein Produkt aus dem Regal. Sie ist eine Handwerksleistung, so wie eine Einbauküche. Zwei Küchen, gleicher Raum, und trotzdem liegen zwischen ihnen 8.000 Euro Unterschied, weil Material, Maße und Aufwand sich unterscheiden. Genau das lässt sich benennen. Ein Schreiner sagt Ihnen ja auch, was die Fronten kosten und was die Arbeitszeit.

Bei einer Website sind es vier Posten. Wenn Sie die kennen, wird jedes Angebot lesbar.

Die vier Posten

1. Die einmalige Arbeit. Konzept, Struktur, Design, Aufbau, Texte einpflegen, testen, live schalten. Das ist der größte Brocken und der einzige, der wirklich schwankt. Er hängt an Umfang und Individualität, nicht an der Branche.

2. Die laufenden Kosten. Hosting, Lizenz, Domain, Mail. Kleine Beträge, aber sie kommen jeden Monat. Genau der Posten, der in vielen Angeboten unter den Tisch fällt.

3. Die Inhalte. Texte und Bilder. Haben Sie ordentliche Fotos vom Betrieb und wissen Sie, was auf der Seite stehen soll? Dann kostet das nichts extra. Wenn beides fehlt, wird es ein eigener Posten.

4. Die Pflege danach. Neue Referenz einstellen, Preise aktualisieren, ein Sonderangebot einbauen. Entweder Sie machen das selbst, oder jemand macht es für Sie.

Vier Posten, mehr nicht. Jetzt die Zahlen.

Was die Arbeit kostet

Ich rechne nach Aufwand ab. Kein Paketpreis, den ich mir schön rechne, sondern die Arbeit, die tatsächlich anfällt. Aus der Erfahrung sortiert sich das so:

  • Landingpage, 1.000 bis 1.600 Euro. Eine Seite, Kontaktformular, mobil sauber.
  • Starter-Website, 2.600 bis 3.900 Euro. Drei bis fünf Seiten, pflegbare Inhalte, SEO-Grundlagen.
  • Business-Website, 3.900 bis 6.500 Euro. Fünf bis zehn Seiten, CMS, Animationen, Formulare.
  • Premium-Website, 6.500 bis 9.750 Euro. Ab zehn Seiten, eigenes Design-System, Integrationen.

Die meisten Betriebe aus der Region landen in der zweiten oder dritten Zeile. Ein Handwerker, der gefunden werden und Anfragen bekommen will, braucht selten mehr als sechs, sieben Seiten.

Und ehrlich gesagt, manchmal reicht sogar Zeile eins. Wenn Sie hauptsächlich über Empfehlung arbeiten und die Seite nur zeigen soll, dass es Sie gibt, sage ich Ihnen das. Ich habe kein Interesse daran, Ihnen zehn Seiten zu verkaufen, von denen sieben nie jemand aufruft.

Die laufenden Kosten, die keiner nennt

Hier wird es oft unangenehm, weil viele Angebote genau an dieser Stelle schweigen.

Ich baue mit Webflow. Die Lizenz liegt bei rund 14 Euro im Monat für eine kleine Seite ohne Blog, bei rund 23 Euro im Monat, sobald Sie Inhalte über das CMS pflegen wollen, jeweils bei jährlicher Zahlung. Hosting, SSL-Zertifikat, Backups und Sicherheits-Updates sind da schon drin. Es kommt also kein separater Hoster dazu und kein Wartungsvertrag nur dafür, dass die Technik nicht auseinanderfällt.

Dazu die Domain, je nach Anbieter etwa 10 bis 20 Euro im Jahr für eine .de-Adresse. Wenn Sie eine Firmen-Mailadresse über dieselbe Domain wollen, kommen ein paar Euro im Monat obendrauf.

Unterm Strich landen Sie bei einer typischen Firmenseite bei rund 200 bis 300 Euro im Jahr an laufenden Kosten. Das ist überschaubar. Aber es ist eben nicht null, und Sie sollten es vorher wissen und nicht nach dem ersten Jahr erfahren.

Was den Preis nach oben treibt

Vier Dinge, in dieser Reihenfolge.

Individualität im Design. Eine Seite, die aussieht wie tausend andere, ist schnell gebaut. Eine Seite mit eigener Handschrift, mit Bewegung und mit einem Aufbau, der zu Ihrem Betrieb passt, braucht Zeit im Entwurf. Da liegt der Unterschied, nicht im Programmieren.

Die Zahl der Seiten. Klingt banal, ist aber der zweitgrößte Hebel. Jede Unterseite will strukturiert, getextet und gebaut werden.

Verkauf. Sobald echte Produkte, Lager und Versand ins Spiel kommen, reden wir über einen Shop, und das ist ein anderes Projekt. Dafür nehme ich Shopify, nicht Webflow.

Fehlende Inhalte. Wenn keine brauchbaren Fotos existieren und die Texte noch nicht geschrieben sind, entsteht dort echte Arbeit. Das ist kein versteckter Aufschlag, sondern ein Posten, den ich vorher benenne.

Was Sie tatsächlich sparen können

Der größte Hebel liegt bei Ihnen, nicht bei mir.

Liefern Sie die Texte in Rohform, also einfach so, wie Sie es einem Kunden am Telefon erklären würden. Ich mache daraus die Website-Fassung. Das spart Arbeit, und die Seite klingt hinterher nach Ihnen statt nach Werbeagentur.

Haben Sie ordentliche Fotos vom Betrieb, von den Leuten und von der Arbeit, umso besser. Handyfotos bei gutem Licht sind besser als gekaufte Bilder mit fremden Gesichtern darauf.

Und Sie müssen nicht alles auf einmal bauen. Wir fangen mit dem an, was Anfragen bringt, und erweitern später. Ich baue die Seite so, dass das ohne Neubau geht.

Der DIGI-Zuschuss

Für Digitalisierungsvorhaben gibt es in Hessen den DIGI-Zuschuss über die WIBank. Gefördert werden bis zu 50 Prozent der Projektkosten, maximal 10.000 Euro, wobei das Projekt ein Mindestvolumen von 4.000 Euro haben muss.

Bei einem Projekt für 6.000 Euro bleiben also im günstigsten Fall 3.000 Euro bei Ihnen hängen. Nicht jede Leistung ist förderfähig, und der Antrag muss vor der Beauftragung durch sein. Ob Ihr Vorhaben passt, prüfe ich vorher mit Ihnen. Details dazu stehen auf meiner Seite zum DIGI-Zuschuss Hessen.

Warum bei mir kein Festpreis-Paket auf der Seite steht

Weil ich nicht weiß, was Sie brauchen, bevor ich mit Ihnen gesprochen habe.

Ein Paketpreis funktioniert nur mit Puffer. Entweder zahlen Sie für Leistung mit, die Sie nicht abrufen, oder der Anbieter rechnet knapp und spart am Ende an der falschen Stelle. Beides ist unehrlich.

Deshalb schaue ich mir erst an, was Sie vorhaben, und schreibe dann ein Angebot mit konkreten Positionen und einer festen Summe. Nicht als Spanne ins Blaue, sondern als Zahl, auf die Sie sich verlassen können. Was danach dazu kommt, kommt nur dazu, wenn Sie es beauftragen.

Was das für Sie heißt

Rechnen Sie für eine ordentliche Firmenseite mit einem mittleren vierstelligen Betrag einmalig und mit gut 200 bis 300 Euro im Jahr für den laufenden Betrieb. Wenn der DIGI-Zuschuss greift, halbiert sich der einmalige Teil im besten Fall.

Alles darunter ist entweder ein Baukasten, den Sie selbst zusammenklicken, oder ein Angebot, bei dem an einer Stelle gespart wird, die Sie erst später merken. Alles deutlich darüber sollte einen sehr guten Grund haben, den Ihnen jemand erklären kann.