Was Shopify eigentlich ist
Shopify ist eine gehostete Onlineshop-Plattform. Sie mieten den Shop, und Hosting, Sicherheit, Updates und die Zahlungsabwicklung laufen mit. Produkte anlegen, Bestellungen abwickeln, Versandlabels drucken, Lagerbestand führen. Das steckt alles drin, ohne dass Sie einen Server pflegen oder ein Dutzend Erweiterungen aktuell halten müssen.
Das ist der gleiche Grundgedanke wie bei Webflow, mit dem ich normale Firmenseiten baue. Der Unterschied ist der Zweck. Webflow ist für die Seite, die zeigt, was Sie machen. Shopify ist für den echten Handel mit vielen Produkten, Beständen, Bezahlung und Versand. Sobald aus „ich verkaufe nebenbei drei Sachen" ein richtiger Warenfluss wird, ist eine Shop-Plattform die ehrlichere Grundlage.
Warum ich es aus dem Laden heraus verstehe
Der häufigste Fehler, den ich bei Händlern sehe, hat nichts mit Technik zu tun. Es ist der Kopf. Onlineshop und Ladengeschäft werden als zwei getrennte Welten geführt. Zwei Lager im Kopf, zwei Preislisten, zwei Mal Aktion pflegen.
Das rächt sich schnell. Sie verkaufen im Laden das letzte Stück, und eine Stunde später bestellt es jemand online. Jetzt müssen Sie absagen, sich entschuldigen und wirken unorganisiert. Oder andersrum. Ware liegt online „nicht verfügbar", steht aber im Regal, weil die Bestände nie zusammengelaufen sind.
Ich habe diesen Ärger selbst gehabt, in einer Zeit, als das noch mit Zettel und getrennten Systemen lief. Deshalb baue ich Shops nicht als hübsche Website mit Warenkorb. Ich baue sie so, dass ein Lagerbestand beide Verkaufswege bedient. Ein Stück im System, egal ob es über die Kasse oder über den Warenkorb rausgeht.
Wofür Shopify stark ist
Der Start ist schnell und sicher. Sie brauchen keinen eigenen Server, keine Zertifikate, keine Bastelei mit der Zahlungsanbindung. Das Bezahlen funktioniert zuverlässig, und das ist im Handel bares Geld wert. Jeder abgebrochene Kaufvorgang an der Kasse ist ein verlorener Kunde.
Der größte Hebel ist die Verbindung von stationär und online. Shopify bringt ein Kassensystem mit, das auf demselben Bestand sitzt wie der Onlineshop. In der Fachsprache heißt das Omnichannel. Im Laden heißt es einfach: ein Lager, zwei Verkaufswege, eine Wahrheit. Kunden können online kaufen und im Laden abholen. Sie sehen an einer Stelle, was sich verkauft, egal über welchen Kanal.
Dazu kommt ein Punkt, der im Alltag zählt. Der Shop ist wartungsarm. Einmal sauber aufgesetzt, läuft er. Sie bekommen keine böse Überraschung, weil ein Plugin nicht mehr gepflegt wurde. Um die Technik im Hintergrund kümmert sich Shopify.
Wo die Kosten wirklich sitzen
Jetzt zum Geld, ehrlich und mit Zahlen. Die Plattform kostet eine feste Monatsgebühr. Bei jährlicher Zahlung liegt der Basic-Tarif bei rund 25 Euro im Monat, der mittlere Tarif bei rund 66 Euro und der Advanced-Tarif bei rund 289 Euro. Zahlen Sie monatlich statt jährlich, wird es spürbar teurer, beim Basic-Tarif zum Beispiel 36 Euro statt 25. Für die meisten kleinen Händler reicht Basic zum Anfangen.
Damit ist die Rechnung aber nicht fertig, und das übersieht fast jeder. Es kommen zwei Blöcke dazu.
Der erste sind die Zahlungsgebühren. Wenn Sie das hauseigene Shopify Payments nutzen, zahlen Sie pro Kartenzahlung eine Gebühr an den Zahlungsdienst, im Basic-Tarif etwa 2,1 Prozent plus 0,30 Euro. Eine zusätzliche Shopify-Gebühr fällt dann nicht an. Nutzen Sie stattdessen einen fremden Zahlungsanbieter, verlangt Shopify obendrauf eine eigene Transaktionsgebühr, im Basic-Tarif 2 Prozent auf jeden Verkauf, in den höheren Tarifen weniger. Diese 2 Prozent kommen zu dem, was Ihr externer Anbieter ohnehin schon nimmt. In den allermeisten Fällen fahren Sie mit Shopify Payments günstiger.
Der zweite Block sind die Apps. Shopify kann im Kern viel, aber nicht alles. Bewertungen, tiefere Newsletter-Anbindung, Abo-Verkäufe, spezielle Versandregeln, all das kommt oft über Apps aus dem Shopify App Store dazu. Viele davon kosten monatlich. Einzeln sind das kleine Beträge. Zusammen können aus 25 Euro Grundgebühr schnell 60 oder 80 Euro im Monat werden. Ich sage das vorher und rechne mit Ihnen durch, welche App Sie wirklich brauchen und welche Sie sich sparen.
Wo Shopify an Grenzen stößt
Shopify ist nicht für jeden die richtige Antwort. Das gehört genauso auf den Tisch.
Wenn Sie nur drei, vier Produkte verkaufen und der Laden das eigentliche Geschäft ist, lohnt sich ein voller Shop oft nicht. Manchmal reicht eine gute Website mit Abholung im Laden, das sogenannte Click and Collect. Weniger laufende Kosten, weniger Pflege, und Sie holen die Leute trotzdem ins Geschäft.
Auch bei sehr eigenen Anforderungen kann es eng werden. Wenn Ihr Verkauf besondere Logik braucht, komplexe Konfiguratoren, tiefe Anbindung an eine vorhandene Warenwirtschaft, dann muss man genau hinschauen, ob Shopify die passende Basis ist oder ob die Standardwege im Weg stehen. Das prüfe ich lieber vorher, als Ihnen etwas hinzustellen, das später an die Wand fährt.
Und die Monatsgebühr läuft, solange der Shop läuft. Wer „einmal zahlen und nie wieder dran denken" erwartet, denkt in die falsche Richtung. Dafür fällt an anderer Stelle die ganze Technik-Wartung weg. Diese Rechnung mache ich mit Ihnen ehrlich auf, bevor Sie sich entscheiden.
Was das für Sie heißt
Ich baue den Shop so, dass er zu Ihrem echten Ladenbetrieb passt, nicht umgekehrt. Erst schaue ich mir an, wie bei Ihnen Ware rein und raus geht, wo die Kasse steht, wie Sie heute Bestände führen. Dann kommt die Technik.
Am Ende steht ein Shop, der mit einem Lager arbeitet, der zuverlässig kassiert und den Sie nach einer kurzen Einweisung selbst pflegen. Keine getrennten Welten mehr, kein doppeltes Verkaufen von Ware, die nur einmal da ist. Und falls Sie irgendwann ohne mich weitermachen wollen, gehören der Shop und der Account Ihnen. Kein Lock-in bei mir.