Was Miro eigentlich ist

Miro ist ein digitales Whiteboard. Eine unendlich große Wand im Browser, auf der mehrere Leute gleichzeitig arbeiten können, auch wenn sie an verschiedenen Orten sitzen. Man klebt Notizzettel, zieht Pfeile, malt Kästen, baut Mindmaps. Alles bewegt sich in Echtzeit. Wenn ich einen Zettel verschiebe, sehen Sie ihn wandern, während wir telefonieren.

Der Vergleich mit dem Whiteboard aus dem Besprechungsraum trifft es gut. Nur läuft nichts voll, nichts wird abgewischt, und niemand muss am Ende abfotografieren, was da hängt. Der Stand bleibt einfach da, für die ganze Projektlaufzeit. Man kann jederzeit wieder reinschauen und weitermachen, wo man aufgehört hat.

Mehr ist es erstmal nicht. Kein Zaubertool, kein Projektmanagement-System. Eine Fläche zum gemeinsamen Denken. Der Wert entsteht nicht durch die Software, sondern durch das, was wir draufmalen.

Wofür ich Miro im Projektstart nutze

Am Anfang jedes Projekts steht bei mir das Verstehen, nicht das Bauen. Miro ist das Werkzeug für diese Phase.

Workshops zum Projektstart.
Statt einer langen Textliste sammeln wir gemeinsam auf der Wand, was die Seite leisten soll. Wer sind die Besucher. Was sollen sie tun. Was hält sie davon ab. Das dauert eine gute Stunde und räumt die meisten Missverständnisse aus dem Weg, bevor sie Geld kosten.

Kundenwege aufzeichnen.
Ich male auf, welchen Weg ein Interessent von der ersten Google-Suche bis zur Anfrage geht. An welcher Stelle springt jemand ab. Wo fehlt eine Information, wo ein Knopf, wo das Vertrauen. Wenn dieser Weg sichtbar vor uns liegt, sieht man die Löcher sofort. Im Kopf sieht man sie nie.

Sitemaps und Strukturen.
Bevor ich die erste Seite baue, legen wir fest, welche Seiten es überhaupt gibt und wie sie zusammenhängen. Das sind ein paar Kästen und Verbindungslinien. Klingt banal. Es entscheidet aber darüber, ob sich ein Besucher später zurechtfindet oder genervt wieder wegklickt.

Das alles ist Teil meiner Nutzerforschung. Ich schaue mir erst an, wie Ihre Kunden ticken und wo es hakt, und übersetze das dann in eine Struktur. Miro ist dabei die Fläche, auf der wir das zusammen sichtbar machen.

Warum das Sichtbarmachen hilft

Der Grund ist einfacher, als er klingt. Was man sieht, kann man besprechen. Was nur in zwei Köpfen steckt, kann man nicht abgleichen.

Solange ein Ablauf nur beschrieben wird, füllt jeder die Lücken mit seiner eigenen Vorstellung. Sie meinen das eine, ich verstehe das andere, und keiner merkt es. Sobald derselbe Ablauf als Bild an der Wand hängt, zeigt einer mit dem Finger drauf und sagt, hier stimmt was nicht. In dem Moment ist das Missverständnis raus, für ein paar Minuten Aufwand statt für ein paar Tage Nacharbeit.

Ich habe neun Jahre eigenen Einzelhandel gemacht. Ich weiß, wie oft man glaubt, alle im Team meinen dasselbe, bis man es endlich aufmalt und drei verschiedene Bilder im Raum stehen. Genau das fängt Miro ab, bevor der erste Handschlag Arbeit passiert.

Wann ein echtes Whiteboard reicht

Jetzt die ehrliche Kehrseite. Miro ist nicht immer nötig.

Wenn wir zu zweit oder zu dritt im selben Raum sitzen, tut ein echtes Whiteboard oder ein Block Papier oft denselben Dienst. Für eine schnelle Skizze zwischendurch schalte ich kein Tool ein. Das Werkzeug folgt dem Bedarf, nicht umgekehrt. Wer Miro benutzt, nur weil es Miro gibt, hat den Sinn verfehlt.

Sinnvoll wird es, sobald jemand nicht im Raum ist. Wenn Sie in Wetzlar sitzen und ich in Gießen, wenn eine Kollegin aus dem Homeoffice dazukommt, wenn der Stand ein paar Wochen später noch stehen soll. Dann spielt die digitale Wand ihre Stärke aus. Für den kurzen Klärungsmoment zu zweit am Tisch braucht es sie nicht.

Was Miro kostet

Reden wir über Zahlen, denn für Sie fällt in den allermeisten Fällen gar nichts an. Die Board-Arbeit im Projektstart läuft über meinen Account, nicht über Ihren.

Falls Sie selbst mit Miro arbeiten wollen, hier die aktuellen Tarife. Die kostenlose Version reicht zum Ausprobieren, hat aber einen wichtigen Haken. Sie können zwar beliebig viele Boards anlegen, aber nur die drei zuletzt genutzten bleiben bearbeitbar. Alle älteren werden schreibgeschützt. Für ein einzelnes Projekt geht das, für laufende Arbeit über mehrere Kunden wird es schnell eng. Diese Drei-Board-Grenze hat Miro erst in den letzten Jahren so eingeführt, früher war die Gratis-Version großzügiger.

Der Einstiegstarif Starter kostet rund 8 Euro pro Person und Monat bei jährlicher Zahlung, bei monatlicher Abrechnung etwas mehr. Damit sind die Boards unbegrenzt bearbeitbar. Der Business-Tarif liegt bei rund 20 Euro pro Person und Monat und lohnt sich erst, wenn Sie mit externen Gästen und größeren Teams arbeiten. Miro rechnet in US-Dollar ab, der Euro-Betrag schwankt also leicht mit dem Wechselkurs.

Für die Zusammenarbeit mit mir müssen Sie nichts davon buchen. Das sage ich vorher, damit keine versteckten Kosten auftauchen.

Was das für Sie heißt

Sie bekommen einen Projektstart, bei dem wir gemeinsam und sichtbar festlegen, was gebaut werden soll, bevor ich anfange. Kein Ratespiel, keine böse Überraschung beim ersten Entwurf, weil wir zwei verschiedene Seiten im Kopf hatten.

Miro ist dabei nur das Mittel. Der eigentliche Nutzen ist die Stunde am Anfang, in der wir die Löcher finden, solange sie noch nichts kosten. Sie müssen das Tool nicht können und nichts installieren. Ich moderiere, Sie schauen zu und reden mit.